Das Markendesign deines Startups vereinsamt noch immer auf der To-Do-Liste? Riskant.
Laut dem Bericht „Back to Human: La vuelta de lo auténtico (Die Rückkehr des Authentischen)“ von Comuniza und Brandemia meinen 63% der Branchenexperten, dass Branding 2026 sehr wichtig sein wird. Und es geht nicht darum, visuellen Trends nachzujagen oder ein Logo nur aus gutem Willen heraus aufzufrischen. Richtig starke Technologiemarken nutzen Branding als strategischen Hebel. Sie verdeutlichen die Positionierung, vereinfachen das Messaging und gestalten Erlebnisse, die sich menschlich, vertrauenswürdig und einprägsam anfühlen.
Hier sind die 6 Branding-Schritte, die Tech-Startups 2026 definitiv in Angriff nehmen sollten, wenn sie relevant bleiben und einen bleibenden Eindruck hinterlassen wollen.
Um euch zu helfen, schneller voranzukommen, haben wir auch zwei kostenlose Tests vorbereitet, die deine Branding-Arbeit im Jahr 2026 erleichtern sollen.
- Definiert die Markenstrategie: Brand Archetype Test
- Verfeinert die Markenbotschaft
- Erstellt eure Markengeschichte
- Geht zurück zum Menschlichen
- Betrachtet eure Website als Kernprodukt
- Lernt die Grundlagen von Figma und Webflow
- Bonus: Ist eure Marke bereit für 2026? (Test)
1. Klärt zuerst die Strategie
Wie hebt sich euer Startup in einer Welt voller technischer Möglichkeiten wirklich ab? 59 % der Branchenexpert:innen sind sich einig: Strategie kommt zuerst.* Und das aus gutem Grund.
Die Positionierung eurer Marke ist das Fundament für alles Weitere: von der visuellen und verbalen Identität über die Website bis hin zum gesamten Nutzererlebnis. Wenn dieses Fundament wackelt, wird alles darüber instabil.
Eine klare Werterzählung hilft euch, präzise zu vermitteln, wer ihr seid, was ihr anbietet und warum das relevant ist. Fehlt diese strategische Klarheit, wird Kommunikation schnell beliebig, widersprüchlich und vor allem: wirkungslos.
Wie schafft man die Grundlagen der Markenstrategie?
So gelingt es:
1. Richtet interne Stakeholder aus: Bevor ihr nach außen kommuniziert, muss intern Klarheit herrschen. Alle Beteiligten sollten auf derselben Wellenlänge sein, um euer Startup gezielt auf Wachstum vorzubereiten. Markenstrategie funktioniert nur, wenn alle am gleichen Strang ziehen.
2. Definiert das Wertversprechen: Was macht euch auf dem Markt wirklich einzigartig? Ein starkes Wertversprechen beantwortet die wichtigste Frage eurer Zielgruppe: Warum euer Startup?
3. Legt die Markenwerte fest: Welche Prinzipien leiten eure Entscheidungen? Markenwerte geben Orientierung – für Produktentwicklung, Kommunikation und Unternehmenskultur. Ohne sie fehlt eurer Marke der innere Kompass.
4. Analysiert die Konkurrenz – visuell: Natürlich zählen ihre USPs. Aber schaut genauer hin: Wie treten eure Wettbewerber visuell auf? Welche Botschaften transportieren sie durch Design, Tonalität und Bildsprache? Wer nur analysiert, was gesagt wird, übersieht oft, wie es gesagt wird.
5. Definiert die Markenpersönlichkeit: Welche Persönlichkeit steckt in eurer Marke? Welcher Archetyp passt zu euch? Findet es heraus – unser Test bringt Klarheit, schnell und fundiert.
2. Verfeinern Sie Ihre Botschaft: Weniger Bullen***, mehr treffende Formulierungen
„Datengestützte Entscheidungen treffen“ ist das neue „Wir machen die Welt zu einem besseren Ort“ – nett gemeint, aber komplett austauschbar. 2025 haben Investoren wie Nutzer endgültig genug von generischen Phrasen wie „Potenziale ausschöpfen“, „Nutzer befähigen“ oder „die Zukunft der Branche neu definieren“.
Was sie stattdessen erwarten? Klarheit. Keine Worthülsen ohne Substanz.
Dazu kommt: Lange Absätze und verschachtelte Sätze erhöhen die Absprungrate. Denn ganz ehrlich, wer will eine Masterarbeit lesen, wenn er eigentlich nach einer technischen Lösung sucht?
Durchbrecht den Lärm mit einfacher, präziser Sprache. Lasst jede Formulierung einen Job haben. Streicht alles, was nur nett klingt, aber nichts sagt. Kommt auf den Punkt.
Wie liest sich ein gutes Leistungsversprechen?
Beantwortet in euren Kernbotschaften die drei Grundfragen – was, wie, warum – mit so wenigen Worten wie möglich.
Vergleiche:
Klar: (Unternehmen) hilft Ticketing-Anbietern dabei, ihr Kundenbeziehungsmanagement (was) mit einer integrierten Suite von Apps (wie) zu optimieren, sodass Vertrieb, Service und Marketing auf einer einzigen Plattform zusammenarbeiten (warum).
Vs.
Unklar: (Unternehmen) ermöglicht Ticketing-Anbietern die Optimierung ihres ganzheitlichen Kundenerlebnis-Ökosystems durch eine integrierte Suite von Apps der nächsten Generation, die Vertriebs-, Service-, Marketing- und Customer-Success-Teams über eine einheitliche, skalierbare Plattform unterstützt und umsetzbare Echtzeit-Insights für nachhaltiges Wachstum liefert.
3. Kreiert eure Markenstory: Emotionen bleiben leichter haften als leere Verkaufshülsen
Rein transaktionales Messaging hat ausgedient. Menschen erinnern sich an Geschichten, die etwas auslösen; nicht an Verkaufsgespräche mit Call-to-Action am Satzende. Eine starke Markenerzählung ist deshalb entscheidend für den Aufbau von echtem Markenwert.
Gerade in der Tech-Welt, in der viele Unternehmen mit ähnlichen Wertversprechen auftreten, hebt euch emotionales Branding vom Rest ab. Es macht euer Produkt zu einem Erlebnis, nicht nur zu einem weiteren Tool im Stack. Genau deshalb setzen die besten Branding-Agenturen auf einen strategischen Ansatz, der Strategie, Markengeschichte und Produkt sauber miteinander verbindet.
Warum das funktioniert, ist sogar wissenschaftlich belegt: Studien der New York University zeigen, dass emotionale Reaktionen die Gedächtnisleistung signifikant verbessern. Der Effekt kann bis zu 30 Minuten nach dem emotionalen Reiz anhalten. Beim Branding ist das Gold wert.
Emotional resonantes Tech-Branding schafft Eindrücke, die Feature-Listen und Produktdemos überleben. Wenn ihr eine Markenidentität aufbaut, die auf menschlicher Ebene andockt, bleiben eure Produkte besser im Gedächtnis, werden schneller wiedererkannt und häufiger erneut verwendet.
Kurz gesagt: Funktionalität überzeugt einmal. Emotionen binden langfristig.
4. Zurück zum Menschlichen: Nutzer erwarten KI, sie wollen sie nur nicht sehen
KI ist in der Tech-Branche längst Standard. Aber nur weil ihr sie habt, ist das noch lange kein Verkaufsargument. Die Realität: Nutzer erwarten, dass KI nahtlos im Produkt integriert ist, sie wollen nicht ständig mit ihr konfrontiert werden. Zu viel „KI“-Buzz kann sogar kontraproduktiv sein, weil bei manchen Usern sofort Sicherheits- oder Datenschutzbedenken anspringen.
Studien von Comuniza und Brandemia zeigen, dass sich das Branding 2026 klar in Richtung „Zurück zum Menschen“ bewegt. Es geht nicht darum, ein hochmodernes KI-Tool der nächsten Generation zu feiern, sondern darum, Technologie mit menschlicher Verbindung zu vereinen.
Fokussiert euch auf Ergebnisse, nicht auf Technologie. Nutzer wollen wissen, welches echte Problem ihr löst – nicht, auf welchem Modell oder Algorithmus das basiert. Statt KI-Features aufzuzählen, zeigt, wie KI hilft, Ziele schneller, einfacher oder stressfreier zu erreichen.
Zurück in der Zeit: Nostalgie als Branding-Hebel
Ein weiterer spannender Trend geht über „Back to human“ hinaus – er transportiert uns zurück in die Vergangenheit. Nostalgie ist hoch emotional und besonders stark bei Gen Z und Millennials. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Spannungen und Dauerwandel wirkt die Vergangenheit oft stabiler als die Gegenwart.
Nostalgie erzeugt Vertrautheit. Und Vertrautheit schafft Vertrauen.
Auch wenn B2C-Marken hier einen natürlichen Vorsprung haben, können B2B-SaaS-Unternehmen ebenfalls profitieren. Subtile Anleihen an bekannte Interface-Logiken, klassische Interaktionsmuster oder zurückhaltende visuelle Systeme signalisieren Zuverlässigkeit – ohne altbacken zu wirken. Richtig eingesetzt vermitteln nostalgische Elemente Reife, Beständigkeit und Vertrauen.
Kurz gesagt: Lasst KI leise arbeiten. Lasst Menschen fühlen. Und gebt eurer Marke etwas Vertrautes, an dem man sich festhalten kann.
5. Betrachtet eure Website als Kernprodukt
Für viele ist eure Website der erste Eindruck. Und der zählt. Laut der Studie von Brandemia sehen 70 % der Befragten die User Experience als wichtigsten Faktor, um die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens zu bewerten. Die logische Konsequenz: Behandelt eure Website nicht wie Marketing-Beilage, sondern wie ein eigenständiges Produkt.
Ein Website-Relaunch im Jahr 2026 ist kein kosmetisches Facelift, sondern eine strategische Investition. Von klarer Informationsarchitektur bis hin zu überzeugendem Produkt-Storytelling sollte eure Website als dynamisches Verkaufstool funktionieren. Eines, das konvertiert, Vertrauen aufbaut und Nutzer bindet.
Worauf sollten sich Tech-Startups beim Webdesign konzentrieren?
- Hierarchie: Klare Navigation, klarer Nutzerfluss. Nutzer sollten jederzeit verstehen, wo sie sind und was passiert, wenn sie klicken.
- Performance: Geschwindigkeit schlägt Show. Schöne 3D-Illustrationen bringen nichts, wenn sie Ladezeiten ruinieren und Absprungraten hochtreiben. Reaktionsfähigkeit ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht.
- Vertrauenssignale: Zeigt Testimonials, Case Studies und Zertifizierungen. Besonders wirkungsvoll: Video-Testimonials. Menschen vertrauen Menschen: Wir sind wieder beim Human-First-Prinzip.
- Klickbare Produktdemos: Tools wie Storylane ermöglichen es, euer Produkt direkt auf der Website erlebbar zu machen. Ohne E-Mail-Gates, ohne Hürden. Niemand freut sich auf weitere 837 Spam-Mails.
- Skalierbarkeit: Eure Website sollte nicht nur heute funktionieren, sondern auch morgen mit euch wachsen. Templates für Features, Branchen oder Blogartikel lassen sich z. B. in Webflow einfach replizieren, effizient und zukunftssicher.
- Visuelle Konsistenz: Die Homepage gibt den Ton an. Farben, Schriften und Bildwelt müssen sich konsistent durch die gesamte Website und idealerweise bis ins Produkt-Dashboard ziehen.
Ein gutes Beispiel ist das Crypto-Startup Moonlet: Website und Staking-Dashboard sprechen visuell dieselbe Sprache und erzeugen so ein stimmiges, vertrauenswürdiges Markenerlebnis. Werft einen Blick auf das Projekt und erhaltet alle Hintergrundinformationen zum Branding.
6. Lernt die Grundlagen von Figma und Webflow
Für Startup-Teams sind grundlegende Kenntnisse in Designtools wie Figma und Webflow ein echter Vorteil. Nicht nur in der frühen Phase mit begrenzten Ressourcen, sondern auch in späteren Wachstumsphasen – besonders dann, wenn ihr mit einer Tech-Branding-Agentur zusammenarbeitet. Wer die Basics versteht, arbeitet schneller, präziser und unabhängiger.
Warum sollten Startup-Teams die Basics von Figma beherrschen?
Figma eignet sich perfekt für die kollaborative Arbeit an Markeniterationen, Kommunikationsmaterialien, Wireframes und Website-Designs. Mit soliden Grundkenntnissen könnt ihr:
- Designsysteme und Styleguides erstellen, die für Konsistenz über alle digitalen Touchpoints sorgen – Website, Social Media, E-Mails inklusive.
- Kollaborativ Feedback einholen und Designs in Echtzeit weiterentwickeln, statt endloser Kommentar-Schleifen.
- Schnell Mockups und Prototypen bauen, um Branding-Konzepte früh zu testen, bevor Zeit und Budget verbrannt werden.
- Die visuelle Identität eurer Marke pflegen und langfristig eine klare, wiedererkennbare Linie halten.
Warum sollten Startup-Teams die Basics von Webflow beherrschen?
Webflow ist eine No-Code-Plattform, mit der ihr vollständig responsive Websites mit individuellen Designs umsetzen könnt – ganz ohne tiefes Frontend-Know-how. Viele Startup-Branding-Agenturen setzen darauf. Mit grundlegenden Webflow-Skills könnt ihr:
- Template-Seiten hinzufügen, etwa für Features, Branchen oder Kampagnen.
- Texte und Bilder selbst anpassen, ohne jedes Mal jemanden aus dem Dev-Team zu blockieren.
- CMS-Strukturen aufbauen, um eure Website sauber zu skalieren.
- SEO- und AIO-Optimierungen umsetzen, damit eure Inhalte nicht nur gut aussehen, sondern auch gefunden werden.
Kurz gesagt: Wenn ihr Zeit in diese Tools investiert, befähigt ihr euer Team, schneller zu iterieren, euer Branding sauber zu halten und mehr aus euren Ressourcen herauszuholen, während ihr wachst. Weniger Abhängigkeiten, mehr Momentum.
TL; DR?
Kurz gesagt: Die Tech-Marken, die 2026 gewinnen, kombinieren strategische Klarheit, emotionale Relevanz und operative Disziplin. Wenn ihr euch menschlich anfühlt, klar kommuniziert und bewusst skaliert, bleibt ihr nicht nur relevant – ihr gewinnt Vertrauen, baut Loyalität auf und wachst zielgerichtet.
Wollt ihr herausfinden, ob eure Tech-Marke für 2026 bereit ist?
Macht den Test und verschafft euch Klarheit, schnell und unkompliziert.
Quellen und weiterführende Literatur:
Wollt ihr euer Wissen über Markenstrategie kurz auffrischen? In diesem Artikel lernt ihr die Grundlagen der Markenstrategie.
https://comuniza.com/informe-de-tendencias-de-branding
https://www.quirks.com/articles/why-nostalgia-is-the-hottest-strategy-for-brands-right-now

